|
Die Palliative Atemtherapie (PAT) ist eine Methode der Behandlung, die auf die besonderen Bedürfnisse von schwerkranken und sterbenden Menschen in palliativen Einrichtungen ausgerichtet ist. Ihr Anliegen ist, die vielfältigen körperlichen Nöte und Beschwerden der Patienten zu lindern. Dabei wird Körper, Seele und Geist als eine Einheit angesprochen. Es ist möglich, diese Einheit bewusst zu erfahren und sich in einem ganzheitlichen Sinne wohl, bzw. "heil" zu fühlen. |
Wenn im klinischen Umfeld von Atemtherapie gesprochen wird, ist zumeist die klinische, ärztliche Atemtherapie gemeint, die sich mit den Krankheiten und Funktionsstörungen von Lunge und Stimmapparat befasst. Die Palliative Atemtherapie hingegen nützt den Atem als Medium zur Verbindung von Körper, Seele und Geist. Sie basiert auf einem alten Atemwissen, das in vielen alten Kulturen bekannt war und spricht den Menschen in seiner Ganzheit, in seinem Wesen an.
Die Palliative Atemtherapie ist eine Erweiterung der klassischen Atemtherapie, die in verschiedenen Lehrinstituten in Deutschland geschult wird. Die bekanntesten und ältesten sind das Institut von Professorin Ilse Middendorf in Berlin, und das Atemhaus von Herta Richter in München, wo ich 1980 meine Atemausbildung begann. Die verschiedenen Atemschulen sind seit 1960 im Dachverband der AFA (Arbeitsgemeinschaft für Atempflege) zusammen geschlossen.
Dass die Atemtherapie für Schwerkranke und Sterbende einer Palliativstation/Hospiz hilfreich sein kann wurde 1996 eher "zufällig" entdeckt. In diesem Sommer hospitierte ich als Hospizhelferin und Pflegeaushilfe auf der "Palliativstation Johannes von Gott", eine Einrichtung mit 24, heute 31 Patientenbetten. In dieser Zeit ergab es sich, dass ich häufig atembelastete Patienten zu pflegen hatte und zu schwierigen Situationen gerufen wurde, zu Patienten in Angst und Unruhe, mit Schmerzen und in akuter Atemnot. Durch meine Erfahrung mit dem Atem konnte ich sie hilfreich unterstützen. Die positive Rückmeldung der Patienten, der Pflegenden, sowie die Innovationskraft einer jungen Ärztin brachte einen Stein ins Rollen:
Das Leitungsteam der "Palliativstation Johannes von Gott", angeschlossen an das "Krankenhaus der Barmherzigen Brüder" in München, engagierte als erste Einrichtung ihrer Art im November 1996 mich als frei praktizierende Atemtherapeutin/Heilpraktikerin zur Erweiterung des Kernteams der Station. (Eine Musik- und Kunsttherapeutin gab es bereits). Inzwischen arbeite ich dort im 14. Jahr, 2 Mal wöchentlich, jeweils ca. 4,5 Stunden. Zusätzlich nehme ich an der Stationsübergabe und an den Supervisionen teil. Seit der Eröffnung des "Johannes-Hospiz", eine Einrichtung der "Barmherzigen Brüder" mit 12 Betten, betreue ich auch dort die Patienten/Gäste.
Das Beispiel meiner Palliativstation hat Schule gemacht, heute sind in allen Palliativstationen und Hospizen in München, zunehmend in ganz Bayern und den andern Bundesländern Atemtherapeutinnen geschätzt und anerkannt. Um meine Arbeit in den Palliativeinrichtungen gegenüber der allgemeinen Atempraxis klarer zu differenzieren, gab ich ihr den Namen "Palliative Atemtherapie".
Seite drucken
zum Seitenanfang
Letzte Änderung am 07.06.2010